Merken An einem verregneten Sonntag im letzten Sommer stand ich mit einem Korb voller schwarzen Johannisbeeren in der Küche. Meine Großmutter hatte mir diese Beeren vom Markt gebracht, und ich wusste nicht ganz, was ich mit all diesen kleinen, dunklen Perlen anfangen sollte. Dann fiel mir ein Likör-Rezept ein, das ich vor Jahren in einem kleinen Café in Prag probiert hatte. Also beschloss ich, einfach auszuprobieren.
Als ich den ersten Schluck meines selbstgemachten Schwarze-Johannisbeer-Likörs probierte, war ich überrascht von der Tiefe des Aromas. Meine Freundinnen kamen am nächsten Wochenende zum Essen vorbei, und wir testeten den Likør in verschiedenen Cocktails. Plötzlich war aus einem spontanen Experiment ein absoluter Publikumsliebling geworden.
Zutaten
- 500 g frische oder gefrorene Schwarze Johannisbeeren: Die Früchte müssen absolut sauber und trocken sein, damit der Likør später nicht schimmelt
- 750 ml Wodka: Ein qualitativ hochwertiger, neutraler Wodka sorgt dafür, dass das Johannisbeeraroma wirklich zur Geltung kommt
- 250–350 g Kristallzucker: Die Zuckermenge ist Geschmackssache, also fang mit 250 g an und probiere zwischendurch
Anweisungen
- Vorbereitung der Früchte:
- Wasche die Schwarzen Johannisbeeren gründlich und entferne alle Stiele und Blätter. Tupfe sie trocken, wenn sie frisch sind.
- Das Ansetzen:
- Gib die Beeren in einen großen sterilisierten Glasbehälter mit fest schließendem Deckel. Streue den Zucker darüber und gieße den Wodka ein, bis die Früchte vollständig bedeckt sind.
- Das Mischen:
- Versiegle das Glas fest und schüttle es sanft, um Zucker und Wodka zu verteilen. Achte darauf, dass sich der Zucker langsam auflöst.
- Die Wartezeit:
- Stelle das Glas an einen kühlen, dunklen Ort. Schüttle es alle zwei bis drei Tage sanft, um den Zucker langsam aufzulösen und das Aroma zu extrahieren.
- Das Filtern:
- Nach drei bis sechs Wochen probiere den Likør. Wenn er dir schmeckt, gieße ihn durch ein feines Sieb oder ein Käsetuch in eine saubere Flasche ab.
- Die Reifezeit:
- Versiegle die Flasche und lagere sie an einem kühlen, dunklen Ort. Lass den Likør für zusätzliche zwei bis vier Wochen nachreifen, bevor du ihn servierst.
Merken Heute steht eine Flasche dieses Likörs immer in meinem Vorratsschrank für besondere Anlässe. Jedes Mal, wenn ich ihn öffne, erinnere ich mich an diesen verregneten Sonntag und die Überraschung, wie einfach und gut das funktioniert.
Serviervorschläge
Dieser Likør eignet sich hervorragend als Digestif nach einem Dinner. Er passt auch perfekt zu Schokoladendesserts oder als Basis für elegante Cocktails. Probiere ihn mit einem Spritzer Sekt und einem Zweig Minze.
Variationsmöglichkeiten
Ein Streifen Zitronenschale oder eine aufgeschnittene Vanilleschote geben dem Likør eine interessante Note. Auch eine Prise Zimt oder Nelken können für eine wärmende Wintervariante sorgen.
Aufbewahrung und Haltbarkeit
Der Likør hält sich bei richtiger Lagerung mindestens ein Jahr. Ein kühler, dunkler Keller oder Vorratsschrank ist ideal. Einmal geöffnet, ist er innerhalb von sechs Monaten am besten.
- Beschrifte die Flasche mit dem Ansetzdatum
- Überschreite nie die empfohlene Reifezeit für beste Ergebnisse
- Halte die Flasche immer dunkel und kühl gelagert
Merken Ganz gleich, ob du ihn pur trinkst oder in Cocktails mixt, dieser selbstgemachte Likør wird deine Gäste beeindrucken. Prost.
Fragen und Antworten zum Rezept
- → Wie lange muss der Likör ziehen?
Der Likör sollte mindestens 3 Wochen ziehen, kann aber bis zu 6 Wochen reifen. Regelmäßiges Schütteln alle 2-3 Tage unterstützt den Prozess. Danach ist eine weitere 2-4 wöchige Reifung nach dem Abseihen empfehlenswert.
- → Kann ich gefrorene Johannisbeeren verwenden?
Ja, gefrorene Schwarze Johannisbeeren funktionieren ebenso gut. Vor dem Einsatz einfach abtropfen lassen, damit überschüssiges Wasser den Geschmack nicht verwässert.
- → Wie bewahre ich den fertigen Likör auf?
Der Likür wird in einem sauberen Glasgefäß an einem kühlen, dunklen Ort gelagert. Kühl und dunkel hält er sich monatelang ohne Qualitätsverlust.
- → Welche Wodka-Sorte eignet sich am besten?
Ein hochwertiger, neutraler Wodka ohne ausgeprägte Eigengeschmäcker ist ideal. Günstige Marken oder Geschmacksrichtungen könnten das feine Beerenaroma überdecken.
- → Kann ich den Zucker durch Honig ersetzen?
Honig ist möglich, verändert aber die Textur und den Geschmack. Kristallzucker löst sich schneller auf und sorgt für eine klare Konsistenz. Wer es probiert, sollte mit weniger beginnen und anpassen.
- → Was mache ich mit den ausgezogenen Beeren?
Die abgeseihten Beeren können in Keksen, Marmeladen oder als Garnitur für Desserts verwendet werden. Sie haben noch intensive Aromen und eignen sich hervorragend zum Backen.